Familien mit Kindern sparen Zeit durch elektronische Anmeldung für Krippe und Kindergarten

Von Mads Mariegaard

Als die Familie Dag in eine neue Gemeinde im Kopenhagener Stadtgebiet zog, brauchte sie neue Betreuungsangebote.
Anmeldung und Vergabe der Plätze erfolgten digital.

Im Jahr 2017 zog die Familie Dag in ein neugebautes Einfamilienhaus in Brøndby Strand, einem Stadtteil am Ufer der Køgebucht im südlichen Teil Kopenhagens.

Für die beiden Söhne, damals ein und drei Jahre alt, markierte der Umzug den Beginn eines neuen Alltags in der Kindertagesstätte Himmel og Hav, ganz in der Nähe ihres neuen Heims. Diese beinhaltet sowohl eine Krippe als auch einen Kindergarten, sodass beide Kinder in dieselbe Einrichtung gehen konnten.

Der Großteil der dänischen Kinder zwischen 0 und 6 Jahren geht in eine Tagesstätte, und die Kommunen sind verpflichtet, ihnen ab dem Alter von einem halben Jahr einen Platz zuzuweisen. In der Regel werden Kinder unter drei Jahren in einer Krippe oder von Erziehern betreut, während ab dem Alter von knapp drei Jahren bis zum Beginn der Schule der Kindergarten besucht werden kann.

Die Eltern melden ihre Kinder eigenständig für die Betreuungsplätze an. Dies geschieht über das Bürgerportal Borger.dk, dem Online-Zugang zum öffentlichen Sektor in Dänemark. Der Nutzer loggt sich ein, geht zum Reiter „Platzvergabe“ und klickt auf den Namen des Kindes. Anschließend muss er angeben, ab wann Bedarf für ein Betreuungsangebot besteht.

Wenn die Informationen eingegeben sind, erscheint eine Liste mit Tagesstätten. Durch einen Klick auf den jeweiligen Namen werden nähere Informationen angezeigt. Anschließend lassen sich die gewünschten Einrichtungen nach Priorität geordnet auswählen.

„Ich habe die beiden Einrichtungen gewählt, die von uns aus am nächsten waren“, erzählt Sahra Dag, nachdem ihr ältester Sohn Aslan in seinem Halloweenkostüm vom Sofa aus mitgeschaut hat . Sie fährt fort:

„Als erste Priorität habe ich die Einrichtung mit dem kürzesten Weg angegeben. Wir haben dann aber unsere zweite Wahl bekommen, weil die Wartezeit dort kürzer war. Die lag aber auch nur 500 Meter weiter weg, und wir sind sehr zufrieden mit allem.“

Sahra Dag erlebte die digitale Anmeldung als sehr positiv.

„Es geht sehr schnell und einfach. Außerdem habe ich eine größere Gewissheit, dass die Informationen auch ankommen“, sagt sie.

Die Familie nahm die Anmeldung vor, während das Haus in Brøndby Strand noch gebaut wurde. Als sich dessen Fertigstellung verzögerte, verschob sich das Einzugsdatum – und damit auch der erste Tag der Kinder an der neuen Tagesstätte.

„Wir hatten damit gerechnet, dass das Haus am 01.07. fertig würde, daher hatten wir diesen Tag als Startdatum für Kindergarten und Krippe gewählt und auch bekommen. Als sich der Bauprozess verzögerte, lehnten wir die Plätze ab und baten um ein neues Datum. Das ging auch alles online und war überhaupt kein Problem“, berichtet Sarah Dag, die als Bioanalytikern am Kopenhagener Rigshospitalet arbeitet. Ihr Mann ist Anwalt.

Die Familie benutze die elektronische Platzvergabe erstmals 2014, als der damals erst wenige Monate alte Aslan in die Krippe gehen sollte. Zu diesem Zeitpunkt wohnten sie in Ørestaden, einem anderen Stadtteil der Kommune Kopenhagen. Sahra Dag, die im Mutterschaftsurlaub war, konnte über die online zugängliche Platzvergabe dem Status ihres Sohnes auf der Warteliste folgen.

„Am Anfang waren 62 Kinder vor uns, und ich dachte ‚das wird doch nie was‘, aber dann klappte es doch. Man konnte auch sehen, wie lange es noch ungefähr dauern würde, bis man drankam, wodurch ich eine Vorstellung hatte, wann ich wieder mit der Arbeit anfangen könnte. Letztlich habe ich meinen Mutterschaftsurlaub verlängert, und die letzten zwei Wochen, bevor mein Sohn einen Platz bekam, hat meine Schwiegermutter auf ihn aufgepasst“, erinnert sie sich.

Inzwischen ist Aslan vier Jahre alt, und der Schulbeginn nur noch zwei Jahre entfernt. Dann wird die Familie wieder Gebrauch von der Tastatur machen, denn die Anmeldung für die Vorschulklasse wird ebenfalls online vorgenommen.

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