In Dänemark stellen ältere Bürger ihren Rentenantrag bequem von zu Hause aus

Von Mads Mariegaard

In Dänemark wird die staatliche Altersrente übers Internet beantragt . Die Eheleute Lise Parnow und Ole Bukh haben beide ihren Antrag von zu Hause aus über den Computer abgeschickt. „Es hat keine halbe Stunde gedauert“, erzählt Parnow.

Wenn sich dänische Bürger dem Rentenalter nähern, können sie die sogenannte Volksrente (dän. Folkepension) beantragen – eine staatliche Rente, die gegenwärtig ca. eine Million Dänen erhalten. Früher erforderte der Antrag einen Gang auf die örtliche Gemeinde, heute aber ist der Vorgang digitalisiert und kann von zu Hause aus erledigt werden.

Zu den Menschen, die ihre Volksrente digital beantragt haben, gehören die Eheleute Lise Parnow und Ole Bukh. Das Paar lebt in einer Wohnung im Kopenhagener Stadtteil Fredriksberg, der als eigenständige Kommune mit rund 100.000 Einwohnern zählt.

Im August 2018 wurde Lise Parnow 65 – und erreichte damit das gesetzliche Renteneintrittsalter. Um die Volksrente ab dem frühestmöglichen Zeitpunkt zu erhalten, muss diese spätestens bis zu dem Monat beantragt werden, in dem das Rentenalter beginnt. Der Antrag lässt sich bis zu einem halben Jahr im Voraus stellen.

„Ich habe den Antrag zwei Monate vor meinem Geburtstag gestellt“, berichtet Lise Parnow, die zuvor 30 Jahre im ambulanten Pflegedienst gearbeitet hat.

Der Rentenantrag wird über das digitale Bürgerportal Borger.dk eingereicht, dem Online-Zugang zum öffentlichen Sektor in Dänemark.

„Es war überhaupt kein Problem“, erzählt Lise Parnow. „Es wird ja alles Schritt für Schritt erklärt.“

Das Antragsformular beinhaltet eine Reihe von Angaben, hierunter in Bezug auf zukünftige Einkünfte, da diese als Berechnungsgrundlage für die Höhe der Volksrente dienen.

„Es hat keine halbe Stunde gedauert. Nach ca. 14 Tagen habe ich dann meinen Rentenbescheid erhalten“, sagt Parnow.

Der anschließende Antrag auf Wohngeld sei hingegen nicht ganz so schnell gegangen, wie sie hinzufügt, da sie u. a. einen Mietvertrag habe hochladen müssen.

Auch die Auszahlung der Volksrente erfolgt elektronisch. Jeweils am letzten Bankarbeitstag des Monats wird der Betrag auf die Konten der Bürger überwiesen.

Lise Parnows Mann, Ole Bukh, ist 68. Er beantragte seine Volksrente vor drei Jahren – ebenfalls online über Borger.dk. Bei ihm gestaltete sich der Antrag etwas schwieriger, da er noch immer Gehalt bekam, die Digitalisierung aber erleichterte den Prozess in seinen Augen:

„Auf der Gemeinde hätte es wahrscheinlich dreimal so lange gedauert. Plus Fahrtzeit.“

Lise Parnow und Ole Bukh haben jeweils ihren eigenen Computer, die nebeneinander beim Fenster stehen – flankiert von einem Drucker und einem Scanner. Zusätzlich besitzen sie beide ein Smartphone und ein Tablet, für den Rentenantrag aber nahmen sie lieber den PC, erzählt Ole Bukh.

„Das meiste erledige ich mit dem Tablet vom Sessel aus, aber für etwas größere Aufgaben nehme ich den Computer. Für Dinge wie Copy-Paste ist es besser, eine Maus zu haben. Und ein großer Bildschirm ist natürlich auch von Vorteil. Langsam kommen wir ja in ein Alter, wo man das braucht“, sagt er mit einem Lächeln.

Ole Bukh ist ehemaliger Netzwerkberater. Heute arbeitet er ehrenamtlich für den Computertreff der Interessenorganisation Ældre Sagen, wo er ältere Bürger bei technischen Schwierigkeiten unterstützt.

Viele ältere Menschen in Dänemark sind digital jedoch bereits gut versiert. Drei von vier der 65- bis 74-Jährigen sind täglich oder fast täglich online, wie aus einer Untersuchung von Danmarks Statistik hervorgeht.

Die Untersuchung zeigt jedoch auch, dass sechs Prozent dieser Altersgruppe noch nie das Internet benutzt haben. Bürger, die nicht digital sind, können eine Befreiung von den elektronischen Selbstbedienungsservices beantragen. In diesem Fall erfolgt der Rentenantrag mithilfe eines physischen Formulars.

Bilder