ARD berichtet über öffentliche Digitalisierung in Dänemark

In der Sendung REPORT MAINZ berichtet die ARD am 17. Oktober 2017 über öffentliche Digitalisierung in Dänemark. Dabei kommen die großen Kontraste in der digitalen Verwaltung zwischen Deutschland und Dänemark deutlich zum Ausdruck. Die Digitalisierung des öffentlichen Sektors in Deutschland steckt noch in den Kinderschuhen

ARD berichtet über öffentliche Digitalisierung in Dänemark

In der Sendung REPORT MAINZ berichtet die ARD am 17. Oktober 2017 über öffentliche Digitalisierung in Dänemark. Dabei kommen die großen Kontraste in der digitalen Verwaltung zwischen Deutschland und Dänemark deutlich zum Ausdruck. Die Digitalisierung des öffentlichen Sektors in Deutschland steckt noch in den Kinderschuhen.

Anstehen, Marke ziehen, am Schalter Formulare von Hand ausfüllen und stempeln lassen. Bei einer weiteren Anlaufstelle erneut anstehen, danach gegebenenfalls auf eine Antwort per Post warten. Das Procedere bei öffentlichen Behördengängen in Deutschland ist umständlich und zeitraubend. Eines ist klar: Die deutsche öffentliche Verwaltung ist nicht mehr am Puls der Zeit. Inspiration für die Modernisierung des öffentlichen Sektors könnten die deutschen Behörden unter anderem im hochdigitalisierten Nachbarland Dänemark sammeln. Die Sendung REPORT MAINZ der ARD wirft einen Blick hinter die Kulissen der öffentlichen Verwaltung Dänemarks.

Der Beitrag mit dem Titel „Dänemark – Hier ist die digitale Verwaltung Realität“ zeigt anhand konkreter Beispiele im Alltag einer dänischen Familie auf, wie moderne Verwaltung funktioniert. Wohnsitz ummelden, Pass beantragen, Arztbesuche organisieren – alles kann per Mausklick auf dem Bürgerportal online bequem von zu Hause aus erledigt werden. Das Login auf die Plattform erfolgt mittels einer persönlichen Bürger-ID-Nummer und dazu passenden Einweg-Codes. Auch Nachrichten von Behörden und Versicherungen landen in Dänemark in einem einzigen Online-Postfach. Insgesamt nutzen 90 % der Dänen die digitale Verwaltung.

Auch bei Verwaltungsgängen, die von Bürgerinnen und Bürgern persönlich bei einem Amt verrichtet werden müssen, kommt digitale Technologie in der Form eines digital gesteuerten Wartemanagements zum Einsatz. Die Bedienung erfolgt daher effektiv und ist benutzerfreundlich. Lange Warteschlangen gehören der Vorzeit an.

So könnte es auch in Deutschland sein. Lars Frelle-Petersen, der ehemalige Direktor der dänischen Digitalisierungsbehörde und heutiger stellvertretender Staatssekretär für öffentliche Innovation im dänischen Finanzministerium, hält eine flächendeckende digitale Verwaltung auch in Deutschland durchaus für möglich. Gemäß Frelle-Petersen verfügt Deutschland über viele moderne private Unternehmen, die bereits digitale Lösungen nutzen und deren Angestellte über die notwendigen digitalen Kompetenzen verfügen. Nun gehe es darum, dass auch Behörden am digitalen Wandel teilnehmen und ihn mitgestalten.

Damit sich Deutschland vom Status eines digitalen Entwicklungslandes befreien kann, ist vor allem politischer Wille und Einsatz gefragt. Bereits im Koalitionsvertrag von 2013 wurde zum Beispiel das Ziel formuliert, dass "zumindest die 100 wichtigsten Verwaltungsleistungen innerhalb der nächsten vier Jahre bundesweit einheitlich online" angeboten werden sollen. Tatsächlich ist aber nur wenig passiert. Im diesjährigen Bundestagswahlkampf spielte die öffentliche Digitalisierung jedoch in den Wahlprogrammen verschiedener einflussreichen Parteien eine große Rolle. Man darf also gespannt darauf sein, welche konkreten Maßnahmen in den nächsten vier Jahren umgesetzt werden. 

Der Bericht der ARD kann unter folgendem Link angesehen werden:
https://www.swr.de/report/digitalisierung-von-behoerden-warum-deutschland-immer-noch-entwicklungsland-ist/-/id=233454/did=20456168/nid=233454/k31jc8/index.html

Ebenfalls befindet sich der Bericht auf Facebook:
https://www.facebook.com/reportmainz/videos/10155054566492864/